Der siebente Tag in Norwegen: Kajak-Tour auf dem Naeroyfjord und viele Stunden im Auto

Heute stand wieder Sportliches am Programm. Wir nennen diese Tage – ihr könnt euch vermutlich denken warum – Kiki-Tage. Doch es war, besonders für meinen Engel mit den blauen Augen, ein sehr anstrengender Tag, an dem wir todmüde ins Hotelbett fallen sollten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Bergen Bors mussten wir die Reise nach Gudvangen (Tal der Götter) antreten, weil wir am angrenzenden Naeroyfjord eine Kajaktour gebucht hatten. Die Fahrt würde ungefähr zweieinhalb Stunden dauern und unsere Tour um 13 Uhr beginnen. Es war 10:00 Uhr, alles schien safe. Doch dann waren wir mit einem unerwarteten Problem konfrontiert: dem Parkhaus, in dem unser Auto abgestellt war. Als ich die 460NOK bezahlen wollte, war das schwerer als gedacht. Immer wieder lief ich zwischen Auto und Bezahlautomat hin und her, wechselte Kreditkarten und Bankomatkarten. Das Ergebnis? Es ging nicht. Maestros wurden nicht akzeptiert und der Automat wollte den PIN bei den Mastercards. Wer zur Hölle weiß da seinen PIN? Nur Freaks, mal im Ernst. Eine Stimme aus dem Automaten hat mir dann erklärt, dass ich Cash zahlen muss, aber die alten norwegischen Scheine brauche. Also bin ich zur Bank gelaufen, dort erklärte man mir, ich müsse zur Post. Allerdings vergaß ich, Geld zu beheben, und wurde bei der Post wieder retour zur Bank geschickt. Die Zeit drängte. Nach einer kleinen Odysee konnte ich dann das Parkticket endlich begleichen. Wir fuhren raus und kamen gottseidank rechtzeitig in Gudvangen an. Eine Verspätung wäre aber halb so schlimm gewesen, da ein Teilnehmer der Kajaktour auf sich warten warten ließ. Wir hatten uns inzwischen adjustiert, ganz grausig fühlten sich die wasserfesten Boots an, die wir anziehen mussten. Weil ich mich unsicher fühlte, nahmen Kerstin und ich ein 2er-Kajak. Sie überließ mir das Steuern. Bevor die Tour begann, sollten sich sämtliche Teilnehmer vorstellen und ihr Kajak taufen, das sei so Brauch, meinte der bärtige Guide. Ein Ginger. An alle Namen der anderen kann ich micht nicht mehr erinnern, aber unsere Gruppe bestand aus einer irischen Familie mit zwei Kindern, einem spanischen und einem estischen Pärchen sowie dem Zuspätkommer aus keine Ahnung, er sprach so undeutlich. Dann waren noch wir, Kiksn und Helmutle, ich taufte unser Boot „Lumpi“. Der Name gefiel dem Guide. Uns auch. Vorwegschicken möchte ich noch, wie unfassbar talentfrei das spanische Couple agierte und dass der Este namens Arthur in der Pause fraß wie ein Mähdrescher. Dagegen war selbst der verfressene Kapitän des Kajaks Lumpi harmlos.
Und dann ging’s endlich los. Wir paddelten am Naeroyfjord, einem Unesco-Weltnaturerbe. Links und rechts von uns ragten Berge aus dem Wasser, Wasserfälle waren zu sehen, aber auch einen Seelöwen bekamen wir zu Gesicht. Unberührte Natur. Das Wasser verhielt sich ruhig und glänzte. Nach gut 4,5km machten wir eine Pause und aßen eine Kleinigkeit, dann ging es zurück. Kerstin und ich paddelten wie verrückt, sodass uns der Guide, Harley aus Neuseeland, bremsen musste. Wir waren aber an einem Punkt angelangt, an dem wir einfach nur noch zurück ins Auto wollten. Bei aller Schönheit des Erlebnisses. wir hatten noch eine weite Strecke zurückzulegen (bis Oslo). Über 400km.
In Gudvangen retour zogen wir uns um und setzten uns ins Auto, Kerstin fuhr, wie immer. Und wie immer bravourös. Die Strecke war aus landschaftlicher Sicht ein echter Traum. Wir befanden uns 1.300m über dem Meeresspiegel, wir sahen einen Elch und einen Lachsfischer, aber ansonsten war da nicht viel außer Natur. Seen, Flüsse, Bäume, Sträucher und Berge. Gegen Ende hin – nach gut 5 Stunden – war Kerstin dann schon sehr müde. Sie tat mir leid. Aber der grantigere von uns beiden war ich. Oslo ist für fremde Autofahrer wirklich kompliziert und es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich einen Parkplatz in der Nähe des Hotels erreichten. Ich dachte an meine Freundin und dass sie es endlich verdiente sich auszuruhen. Ich fluchte wie ein Rohrspatz, aber Kiki beruhigte mich. Sie war zwar hundemüde, doch sie nahm es gelassen und wollte einfach nur duschen und ins Bett. Wir checkten ein und scherzten noch ein wenig über das Zimmer, weil es wirklich wirklich winzig war und ich erst jetzt verstand, warum das Hotel SmartHotel hieß ‍♀️ Ein total anstrengender Tag ging so mit einem Lächeln zu Ende. Schön, wenn es so ist.

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