Im Süden von Norwegen: Farsund (Tag 3+4)

Gestern ließen wir den Abend noch gemütlich bei einem leckeren Abendessen ausklingen. Es gab Lachs (moi) und Huhn (kiki) mit Gemüse. Wir schliefen dann bald mal ein, aber die Nacht war aufgrund der sehr weichen Betten ähnlich schlimm wie das Wetter, das uns am Morgen erwartete. Deshalb beschlossen wir, vormittags nur im Resort zu chillen. Im TV lief Patch Adams, übrigens ein großartiger Film, der in so manch einem herzlichen Menschen ein Wechselbad der Gefühle auslösen kann.

Mit Ende des Films fuhren wir mit unsrem Suzuki nach Farsund, wo wir uns im Einkaufscenter austobten. Im Supermarkt Rema 1000 kauften wir Proviant für die Unterkunft (Mittag- u. Abendessen, das Beste vom Besten Norwegens), bei Intersport ordentliche Wanderkleidung für mich und bei BurgerKing gabs einen kleinen Zwischensnack bei Blick auf den hiesigen Fjord.

Da das Wetter besser wurde, wollten wir (Kerstin hust) Kajak fahren gehen. Leider war schon alles ausgebucht, so angelten wir ein wenig am Pier – ohne Erfolg. Meine liebste Freundin hat mir jedoch einen Crashkurs gegeben, sodass ich für die morgige Bootsfahrt ein wenig gewappnet bin. Ich kann im Prinzip nichts, aber nicht null, wenn ihr versteht 😊

Am nächsten Tag machten wir uns früh auf den Weg. Es war wirklich schön mit dem Motorboot durch die Fjorde zu düsen, meine Aufgabe war das Lenken und Navigieren. Irgendwann machten wir dann mal halt, weil uns das Boot Fische signalisierte. Das Wasser war 70m tief und Kiki warf den Anker aus. Er würde nie mehr zurückkommen. Aber psst. Wir haben nie einen Anker gesehen 😅 Wir versuchten eine Weile herum, kamen dann aber zu dem Entschluss, dass das Boot uns nur diese megalästigen Jellyfische (Quallen) angezeigt hat. Den einzigen Fang machte Kerstin. Beim Auswerfen. Der Haken steckte fast in meinem Rücken, gottseidank war es windig und ich trug einen Pulli. Für einen Mordanschlag war es in unsrer Beziehung eigentlich noch zu früh, oder? Sie kann ja einfach sagen, wenn sie nicht mehr will, dachte ich 😃 Wie auch immer. Die Fahrt ging weiter. Auf offener See – der Nordsee selbst – hielten wir dann erneut an, es war äußerst windig und die Wellen schubsten unser ankerloses Boot herum wie Kinder eine Schaukel. Eine Zeitlang fischte ich mit, dann gab ich auf. Einerseits wegen Sinnlosigkeit, andererseits musste einer das Boot steuern. Es sollte nicht lange dauern, da biss ein Fisch an. Kiki kämpfte heroisch, die Angel bog sich zu einem C, aber der Fisch war zäh, er wollte nicht aufgeben und ließ sich nur schwer bekämpfen. Das Mädchen mühte sich ab, während das Boot schwankte und es ihr nahezu unmöglich machte, die Balance zu halten. „Heli, das is ein Riesenteil!!“, schrie sie. „Wende das Boot!“ Hab ich natürlich nicht gemacht, wusste ja nicht, wie sie das meinte. Schlussendlich hatte das schwimmende Biest dann die Angelschnur durchgebissen – und zurückblieb ein wunderschönes, aber enttäuschtes Mädchen. Der Kampf hatte ungefähr zwei Minuten gedauert, leider wurde er nicht belohnt. Wenn ihr Kiki fragt, wird sie euch sagen, dass sie zumindest zehn Minuten herumgekämpft hat. Es liegt in eurem Ermessen, wem ihr glauben wollt. Kiki ist aber unglaubwürdiger 😊 Jedenfallls wurde das Wetter immer schlechter, die See immer unruhiger und da unsere Bootsbeauftragte auf die Schwimmwesten vergessen hatte, kehrten wir schön langsam zum Resort zurück. Auch weil unsere Augen bzw. unsere Gesichter wie Feuer brannten. Thanks to me. Ich fischte die Füße eines Jellyfisches an Bord. Wir berührten sie beide. Es war die sprichwortliche Hölle. Kiki wird euch vermutlich erklären, dass das Brennen in ihren Augen dem Riesenfisch in der Nordsee das Leben gerettet hat. Gut möglich, alles hat seinen Sinn. Im Resort angekommen trotteten wir enttäuscht zu unserem Suzuki und fuhren nach Stavanger, eine Stadt, die wir erst morgen besuchen würden. Mein Gesicht brannte immer noch. Dort nahmen wir die Fähre nach Ryfylke, wo wir uns in einem Hostel einquartierten, denn morgen geht es auf den Preikstolen (googelt danach). Um drei Uhr in der Früh, da Kiki am Plateau gerne den Sonnenaufgang bewundern würde. Ich freue mich natürlich auch schon aufs Nachtwandern, mhm.  Jeder, der mich kennt, weiß: Meine Liebe zu dieser Frau muss wirklich groß sein. Und ja, das ist sie. Grenzenlos.

Aber wer sie kennt, der versteht das.

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