Wir sollten uns schämen

Gerade in letzter Zeit wird häufig über die Machenschaften der Politik(er) diskutiert. Provisionen und Honorare hier, Staatsbürgerschaften dort…dem Steuerzahler (als Arbeitgeber) stoßen die Unverschämtheiten „seiner“ Arbeitnehmer Martinz, Scheuch, Grasser, Birnbacher, Reichhold&Co. sauer auf. Dennoch steigen wir nicht auf die Barrikaden; es scheint, wir lassen uns alles gefallen. Lediglich eine einzige Frage sollten wir uns dabei stellen: In was für einer Welt leben wir?

Skrupellosigkeit, Opportunismus, Neid, Protektionismus, suspekte Deals und Abzocke gehören zur Tagesordnung. Aber wundern wir uns denn wirklich, warum es so (gekommen) ist? Wir, und damit meine ich unsere Gesellschaft, sind daran nämlich nicht ganz unbeteiligt. Wir leben in einer Gesellschaft, die Menschen mit der Lupe untersucht und in banale, unwichtige Kategorien steckt. Menschliche Lebewesen werden danach beurteilt, ob sie dick oder dünn, reich oder arm, hässlich oder hübsch etc. sind. Wir zeigen mit dem Finger auf die armen (nicht Marken tragenden, alten Autos fahrenden), hässlichen (nicht face-gelifteten, gestylten) und dicken (nicht hungernden, magersüchtigen) Menschen unter uns, belächeln oder – schlimmer noch- mobben sie, geben ihnen das Gefühl, ungeliebt und ein Nichts zu sein. Ja, dies sind die Kategorien, nach denen wir unsere Mitmenschen tagtäglich beurteilen und nicht etwa, ob jemand Herz und Charakter hat, integer ist oder nicht. Ich wette, viele wissen nicht einmal, was „integer“ oder „Integrität“ bedeuten. Aber wir alle wissen, was ein Audi Q7, eine Villa, ein Sportstar oder ein Model ist. Deshalb frage ich euch: In was für einer Welt leben wir?

Und dann wundern wir uns, dass Menschen die Frechheit besitzen, die Justiz anzuprangern oder die Hand aufzuhalten, um sich zu bereichern. Wenn ich auf die Welt blicke, frage ich mich einzig, ob den Menschen nicht einfach nur die Tatsache sauer aufstößt, dass sie nicht selbst in der Position sind, um jene Frechheiten tun zu können.

 

 

 

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