Der Däne

Manchmal braucht es einen Dänen, um zu erkennen, was wichtig ist.

Der Däne; groß, blond, überheblich. Der Prototyp eines Medizinstudenten, der Polo-Shirts mit stehendem Kragen trägt. Von oberflächlichen Gedanken und sichtversperrenden Trieben geleitet, steuert er auf sein Ziel zu. Das Ziel; ein englisches Mädchen. Unschuldig und rein, jedes einzelne ihrer Haare tiefgründiger als der Däne.

Weit weg von zuhause kommt es vor, dass Unsicherheit überwiegt. Dass durch das Zögern des einen, der andere seine Chance wittert. Unsicherheit spricht jedoch eine charmante Sprache. Zu forsch und ungehobelt ist, wer sich siegessicher gibt. Nur ein einziger Moment wendet das Blatt. Als der Däne die entscheidende Frage stellt, gerät die Welt ins Wanken. Nur die Antwort des Mädchens hält sie wieder fest. Ihre richtige Antwort auf die scheinbar falsche Frage lässt ein Feuer lodern. Eine einzige akkurate Antwort erklärt den Wert der Dinge, um die gekämpft werden muss. Nichts im Leben wird einem geschenkt, denn wenn es nichts kostet, ist es nichts wert. Was, liebe Menschen, ist einen Kampf mit dem eigenen Schatten wert – und was nicht? Um das zu verstehen, braucht es den Dänen. Mit einem klugen Mantel bedeckt, wird das Risiko aus dem Versteck gelockt. Das Risiko einzugehen, sich selbst zu besiegen, ist wertvoller als eine protzige Uhr, ein pralles Konto, schönes Aussehen oder lockere Sprüche.

Es ist schwierig, sich selbst einzugestehen, was man sich wünscht. Viele Menschen realisieren ihre Wünsche nicht, weil sie diese nicht wahrhaben wollen. Weil sie selbst nicht an ihre Träume glauben.

Manchmal braucht es einen Dänen, um sein Glück zu finden.

Diese Zeilen sind meinem Cousin gewidmet.

Hör auf dein Herz!

Du weißt mittlerweile, wie es geht.

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