In memoriam

Status

Lieber Opa,

 

kannst du nicht runterkommen auf einen schnellen Kaffee?

 

Wir möchten dir so gerne „DANKE“ sagen. Danke dafür, dass du stets dafür gesorgt hast, dass es uns gut geht. Dass du dein Anwesen für uns Kinder in eine Spiel- und Sporthöhle umgebaut hast. Immer die neuesten Spielkonsolen von morgen schon heute für uns gekauft oder die Wiese vor deinem Haus in einen Tennis-, Fußball- oder sogar Eislaufplatz verwandelt hast. Danke für diese schöne Kindheit. Eine Kindheit, von der du geträumt und die du uns verwirklicht hast. Die du aufmerksam mitverfolgt und für uns gefilmt hast, so dass wir immer wieder darauf zurückgreifen können.

 

Opa, kannst du nicht runterkommen auf einen schnellen Kaffee?

 

Wir möchten dir so gerne „DANKE“ sagen. Danke dafür, dass du uns immer zu guten Schulleistungen motiviert hast, nämlich mit den für uns Kindern einzig effektiven Anreiz, dem finanziellen. Je besser unsere Noten waren desto mehr oder tollere Sachen konnten wir uns hinterher kaufen. Du hast uns somit schon sehr früh mit dem Leistungsprinzip vertraut gemacht und uns auf die Gesellschaft vorbereitet, in der wir uns jetzt befinden – und die wir jetzt – ohne dich – mitgestalten müssen.

 

Opa, kannst du nicht runterkommen auf einen schnellen Kaffee?

 

Wir möchten dir so gerne „DANKE“ sagen. Danke dafür, dass du mit uns, als wir älter und interessierter wurden, über das Leben, Geschichte und Politik gesprochen hast. Dass du uns von einer Zeit erzählt hast, in der du aufgewachsen bist und die wir und unsere Kinder nicht mehr erleben wollen. Dass du uns Liebe, Respekt und Sozialität in unseren Köpfen und Herzen eingepflanzt hast. Danke auch dafür, dass du mit uns geschimpft hast, als es nötig war, und uns gelobt hast, als wir es gebraucht haben.

 

Opa, du kannst nicht runterkommen auf einen schnellen Kaffee, das wissen wir.

 

Aber wenn, dann wüssten wir, was du uns sagen würdest. Du würdest uns sagen, was Michelangelo schon vor vielen vielen vielen Jahren gesagt hat:

 

Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.


Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.

Ich leb in euch, ich geh in eure Träume,


da uns, die wir vereint, Verwandlung traf.



 

Ihr glaubt mich tot, doch daß die Welt ich tröste,

leb ich mit tausend Seelen dort,


an diesem wunderbaren Ort,
im Herzen der Lieben.

Nein, ich ging nicht fort,

Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste.

 

Wir vermissen dich, Opa, doch Gott hat der Hoffnung einen Bruder gegeben. Er heißt Erinnerung.

 

Wir werden dich niemals vergessen.