Wir sollten uns schämen

Gerade in letzter Zeit wird häufig über die Machenschaften der Politik(er) diskutiert. Provisionen und Honorare hier, Staatsbürgerschaften dort…dem Steuerzahler (als Arbeitgeber) stoßen die Unverschämtheiten „seiner“ Arbeitnehmer Martinz, Scheuch, Grasser, Birnbacher, Reichhold&Co. sauer auf. Dennoch steigen wir nicht auf die Barrikaden; es scheint, wir lassen uns alles gefallen. Lediglich eine einzige Frage sollten wir uns dabei stellen: In was für einer Welt leben wir?

Skrupellosigkeit, Opportunismus, Neid, Protektionismus, suspekte Deals und Abzocke gehören zur Tagesordnung. Aber wundern wir uns denn wirklich, warum es so (gekommen) ist? Wir, und damit meine ich unsere Gesellschaft, sind daran nämlich nicht ganz unbeteiligt. Wir leben in einer Gesellschaft, die Menschen mit der Lupe untersucht und in banale, unwichtige Kategorien steckt. Menschliche Lebewesen werden danach beurteilt, ob sie dick oder dünn, reich oder arm, hässlich oder hübsch etc. sind. Wir zeigen mit dem Finger auf die armen (nicht Marken tragenden, alten Autos fahrenden), hässlichen (nicht face-gelifteten, gestylten) und dicken (nicht hungernden, magersüchtigen) Menschen unter uns, belächeln oder – schlimmer noch- mobben sie, geben ihnen das Gefühl, ungeliebt und ein Nichts zu sein. Ja, dies sind die Kategorien, nach denen wir unsere Mitmenschen tagtäglich beurteilen und nicht etwa, ob jemand Herz und Charakter hat, integer ist oder nicht. Ich wette, viele wissen nicht einmal, was „integer“ oder „Integrität“ bedeuten. Aber wir alle wissen, was ein Audi Q7, eine Villa, ein Sportstar oder ein Model ist. Deshalb frage ich euch: In was für einer Welt leben wir?

Und dann wundern wir uns, dass Menschen die Frechheit besitzen, die Justiz anzuprangern oder die Hand aufzuhalten, um sich zu bereichern. Wenn ich auf die Welt blicke, frage ich mich einzig, ob den Menschen nicht einfach nur die Tatsache sauer aufstößt, dass sie nicht selbst in der Position sind, um jene Frechheiten tun zu können.

 

 

 

Vergesst nicht, weshalb wir hier sind

Wo die Liebe fehlt, entwickelt sich das Böse!

Liebe zu erfahren ist das Wichtigste in unserem Leben, denn nur dann werden auch wir in der Lage sein, dieses Gefühl zu spüren und es weiterzugeben. Liebe geschenkt zu bekommen, sich geliebt zu fühlen – sei es durch die Eltern, Freunde, Großeltern, dem Ehe- oder Lebensabschnittspartner…es ist der Schlüssel zur Menschlichkeit. Liebe ist der Motor der guten Taten, sie lässt unser Herz leben und unsere Seele lachen.

Bösen Menschen fehlt genau das, meist von Kind auf widerfuhr ihnen keine Liebe. Sie kennen dieses Gefühl nicht, misstrauen ihm. In ihrem Herzen sind ungenutzte Stellen, und sie wissen nicht, wofür diese sind. Sie kennen den Unterschied zwischen Gut und Böse nicht. Das Böse schleicht sich an, tarnt sich als richtiges Gefühl und breitet sich aus. So wird aus Menschen, deren einziger Fehler es war, dass niemand sie liebte, eine Marionette des Teufels. Ihnen fehlt die Urteilskraft – das Gewissen – um zu entscheiden, was sich richtig anfühlt. Sie lügen, betrügen, stehlen, morden – und das nur um den freien Platz in ihrem Herzen zu füllen, um gehört und gesehen, um geliebt zu werden. Böse Menschen werden nicht geboren, sie werden zu solchen gemacht – von uns. Einer neidvollen, egoistischen, narzistischen und dummen Menschheit.

Der Däne

Manchmal braucht es einen Dänen, um zu erkennen, was wichtig ist.

Der Däne; groß, blond, überheblich. Der Prototyp eines Medizinstudenten, der Polo-Shirts mit stehendem Kragen trägt. Von oberflächlichen Gedanken und sichtversperrenden Trieben geleitet, steuert er auf sein Ziel zu. Das Ziel; ein englisches Mädchen. Unschuldig und rein, jedes einzelne ihrer Haare tiefgründiger als der Däne.

Weit weg von zuhause kommt es vor, dass Unsicherheit überwiegt. Dass durch das Zögern des einen, der andere seine Chance wittert. Unsicherheit spricht jedoch eine charmante Sprache. Zu forsch und ungehobelt ist, wer sich siegessicher gibt. Nur ein einziger Moment wendet das Blatt. Als der Däne die entscheidende Frage stellt, gerät die Welt ins Wanken. Nur die Antwort des Mädchens hält sie wieder fest. Ihre richtige Antwort auf die scheinbar falsche Frage lässt ein Feuer lodern. Eine einzige akkurate Antwort erklärt den Wert der Dinge, um die gekämpft werden muss. Nichts im Leben wird einem geschenkt, denn wenn es nichts kostet, ist es nichts wert. Was, liebe Menschen, ist einen Kampf mit dem eigenen Schatten wert – und was nicht? Um das zu verstehen, braucht es den Dänen. Mit einem klugen Mantel bedeckt, wird das Risiko aus dem Versteck gelockt. Das Risiko einzugehen, sich selbst zu besiegen, ist wertvoller als eine protzige Uhr, ein pralles Konto, schönes Aussehen oder lockere Sprüche.

Es ist schwierig, sich selbst einzugestehen, was man sich wünscht. Viele Menschen realisieren ihre Wünsche nicht, weil sie diese nicht wahrhaben wollen. Weil sie selbst nicht an ihre Träume glauben.

Manchmal braucht es einen Dänen, um sein Glück zu finden.

Diese Zeilen sind meinem Cousin gewidmet.

Hör auf dein Herz!

Du weißt mittlerweile, wie es geht.